NEWS

Gewinnfreibetrag: Investitionserfordernisse prüfen
30.11.2018 [leitnerleitner - Steuerrecht]
Rechtzeitig zum Jahresende dürfen wir Sie wie im Vorjahr auf die Möglichkeit der Reduzierung der Steuerbelastung bei Inanspruchnahme des Gewinnfreibetrags für Selbstständige und Gewerbetreibende (nicht jedoch Kapitalgesellschaften) hinweisen. Der Freibetrag beträgt 13,0 % für die ersten EUR 175.000,00 des Gewinns, 7,0 % für die nächsten EUR 175.000,00 und 4,5 % für weitere EUR 230.000,00 des Gewinns. Für Gewinne über EUR 580.000,00 steht der Gewinnfreibetrag nicht mehr zu. Insgesamt kann demnach ein Gewinnfreibetrag von maximal EUR 45.350,00 geltend gemacht werden. Für Gewinne bis zu EUR 30.000,00 besteht im Hinblick auf Investitionen kein Handlungsbedarf, da der Freibetrag jedenfalls - auch ohne Investitionen - zusteht (Grundfreibetrag). Für darüber hinausgehende Gewinne steht ein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag insoweit zu, als Investitionen in langlebige Wirtschaftsgüter (Nutzungsdauer mindestens 4 Jahre) oder bestimmte Wertpapiere bis spätestens 31.12.2018 getätigt werden.
Für per Ende 2014 angeschaffte Wirtschaftsgüter läuft mit 31.12.2018 die 4-jährige Behaltefrist aus. Diese können daher 2019 jedenfalls veräußert werden. Bei früherem Ausscheiden eines Wertpapiers kommt es nicht zur Nachversteuerung, sofern im selben Jahr eine Ersatzbeschaffung durch ein körperliches Wirtschaftsgut getätigt wird oder wenn innerhalb von zwei Monaten nach vorzeitiger Tilgung eines Wertpapiers ein anderes Wertpapier als Ersatz angeschafft wird.

TIPP: Bei konstanter Gewinnsituation kann es sinnvoll sein, die Gewinnfreibetrags-Wertpapiere für 2019 (zB 13 % des voraussichtlichen Jahresgewinnes 2019 bis EUR 175.000,00) bereits Anfang 2019 und nicht erst Ende 2019 anzuschaffen, damit die 4-jährige Behaltefrist (die mit dem konkreten Anschaffungszeitpunkt zu laufen beginnt) entsprechend früher abläuft.